Liebe Freundinnen und Freunde von Sabab Lou,
was war Ihr Lebenstraum, als Sie 20 Jahre alt waren? Hatten Sie genug Geld zum Leben? Welche Perspektiven lagen vor Ihnen?
In einer Wirkungsstudie stellten wir 35 Absolventinnen und Absolventen unserer landwirtschaftlichen Ausbildung eben diese Fragen. Das Ergebnis ist eine Erfolgsgeschichte. Fast alle von ihnen stehen in Arbeit. Gleichzeitig stimmt es auch nachdenklich. Viele Pläne und Träume sind noch nicht erreicht.
In diesem Newsletter möchten wir Sie mitnehmen in die Lebenswelt der jungen Menschen.
Zwischen Ernte und Existenz: 35 junge Menschen nach ihrem Abschluss
Im Herbst 2024 schlossen 39 junge Menschen ihre landwirtschaftliche Ausbildung in unserem „Holistic Agribusiness Centre“ in Gambia ab. Anderthalb Jahre später, im Zeitraum von Dezember 2025 und Februar 2026 besuchten wir die jungen Leute da, wo sie leben und arbeiten. Wir fragten sie, wie es ihnen geht und wie sie zurechtkommen mit dem, was sie verdienen.
Fazit: Bis auf drei junge Frauen, die ein weiterführendes Studium verfolgen, stehen alle Graduierten in Arbeit. Sie können ihren Lebensunterhalt bestreiten. Mehr als zwei Drittel der 35 Befragten arbeiten in der Landwirtschaft.

Im Portrait: Amie, Assan und Kaddijatou

Amie arbeitet in Jambur, West Coast Region, auf einer Hühnerfarm mit ein paar Tausend Legehennen, zum Teil in Bodenhaltung, zum Teil in Batteriehaltung. Amie verdient 5.000 Dalasi (60 Euro) und erwartet eine Erhöhung Anfang 2026 auf 6.000 Dalasi. Sie unterstützt ihre Familie mit 25 Euro im Monat, 25 Euro werden zurückgelegt, gut 10 Euro bleiben für die täglichen Bedürfnisse.

Die Unterkunft auf der Farm wird zur Verfügung gestellt, für das Essen muss sie selbst sorgen. Die Kosten dafür teilt sie sich mit Dawda, der ebenso auf der Farm arbeitet. Wir konnten einen Blick in den fensterlosen Raum, in dem sie schläft, werfen. Neben einem Plastiksack mit ihren Habseligkeiten, einem Behälter mit einem Wasserglas auf einem Schemel und einer Trinkflasche auf dem Bett, ist nichts Weiteres zu sehen.
Amie ist eine Schafferin. Sie will eine eigene Hühnerfarm aufbauen. Mithilfe eines zinsgünstigen Darlehens könnte sie es schaffen.

Assan arbeitet zusammen mit einem Kollegen, der erst vor kurzem im Herbst seinen Abschluss gemacht hat, auf einer Gemüsefarm in Salikene in der North Bank Region. Er ist seit August 2025 dort tätig und verdient 6.000 Dalasi (75 Euro) im Monat. Davon gibt er 3.000 Dalasi an seine Familie ab und 2.000 Dalasi legt er für sich selbst zurück. Sein Plan: eine eigene Gemüsefarm.

Kaddijatou arbeitet in einem Compound in Busumbala in der West Coast Region in der Nähe des Flughafens Banjul. Sie kommt aus dem Osten des Landes, aus der Central River Region. Wie viele in ihrem Alter berichtet sie vom frühen Dahinscheiden ihrer Eltern und dem Aufwachsen bei Tanten und Onkeln. Kaddijatou hat ein Handicap, sie ist gehbehindert.
Kaddijatou führt uns in den hinteren Teil des Gebäudes, in dem sie uns die Schafe präsentiert. Dafür ist sie jetzt zuständig. 5.000 Dalasi (60 Euro) kriegt sie dafür, davon gehen gut 10 Euro für ihre Familie ab, 30 Euro braucht sie für ihre persönlichen Belange; die Unterkunft ist zwar kostenlos, auch das Mittagessen, aber nicht das Frühstück und das Abendessen. Der Rest geht in die Ersparnisse. Ihr Plan: eigene Schafe mästen.
Lesen Sie die weiteren Portraits auf unserer Website.
Nachhaltige Entwicklungsarbeit ist mehr
Die Wirkungsstudie zeigt: Das Berufsausbildungsprogramm, das wir zusammen mit unserer Partnerorganisation jungen Menschen im westafrikanischen Gambia anbieten, ist eine Erfolgsgeschichte. Nach einer zweijährigen landwirtschaftlichen Ausbildung haben die Jugendlichen das Wissen und Know-how erworben, mit der Landwirtschaft ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und das machen sie nun auch.

Doch viele von ihnen haben noch weitere Pläne und Träume, und um diese zu verwirklichen, braucht es Unterstützung. Zu diesem Zweck haben wir 2025 begonnen, ein Förderprogramm aufzubauen, mit dem wir Start-Ups in den ersten 24 Monaten unterstützen.
Damit auch Kaddijatou, Assan und viele weitere ihren Weg gehen können, sammeln wir jetzt Spenden zur Erweiterung des Programms.
Zu guter Letzt möchten wir Sie auf unseren Jahresbericht 2025 hinweisen. Dieser ist frisch erschienen und erstmalig nur online auf unserer Website abrufbar.
Starten Sie gut in den Sommer. Bis bald
Ihre
Andrea Spennes-Kleutges
Save the date: Online-Treffen am 08. Juli 2026, 19.30-20.30 Uhr
Themen: Friedrich Keller-Bauer berichtet über die Besuche bei den Absolventinnen und Absolventen, Aktuelles aus Sabab Lou, Fragen und Antworten zum Jahresbericht 2025.
Den Einladungslink erhalten Sie unter info@sabab-lou.de.