Liebe Freundinnen und Freunde von Sabab Lou,
Keine Armut.
So lautet das oberste Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen.
Etwas gegen die krasse Armut in afrikanischen Ländern zu tun, ist auch unser wichtigstes Ziel. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Leben in Würde. Menschenverachtende Abschiebepraktiken, Zäune und Mauern verhindern nicht, dass Menschen einen Ausweg in der Migration suchen. Schon gar nicht beseitigen sie die Ursachen dafür.
Vielmehr gibt es gut funktionierende Ansätze, Menschen Wege aus der Armut zu ebnen. Einer davon ist, Jugendlichen mit einer Ausbildung eine tragfähige Existenz in ihren Heimatländern zu ermöglichen.
Davon berichten wir in diesem Newsletter.
Neuer Ausbildungsjahrgang gestartet
Anfang September sind die ersten 26 Jugendlichen des achten Jahrgangs im gambischen Ausbildungszentrum eingetroffen. In den kommenden zwei Jahren werden sie nicht nur umfassende Fachkenntnisse in nachhaltiger Landwirtschaft erwerben. Ziel der Ausbildung ist auch, die Persönlichkeit und das Verantwortungsbewusstsein der jungen Menschen zu stärken.
So ging es am vergangenen Sonntag, dem „World Cleanup Day“ raus in die Umgebung, um auf Gambias Müllproblem aufmerksam zu machen. Da es in den ländlichen Regionen keine öffentliche Müllentsorgung gibt, häufen sich Plastik und Unrat allerorts. 27 Säcke sammelten die Jugendlichen und Trainer entlang der Straße am Camp.

Förderprogramm für junge Farmerinnen und Farmer
Finanziert durch Ihre Spenden konnte Sabab Lou 2025 ein Förderprogramm für die Absolventinnen und Absolventen des Holistic Agribusiness Centre in Gambia starten. Durch zinsgünstige Darlehen, Coaching und Workshops unterstützen wir die jungen Leute nach ihrer Ausbildung dabei, ihr eigenes landwirtschaftliches Unternehmen auf- oder auszubauen.
Insgesamt 13 Teilnehmende wurden für eine finanzielle Förderung ausgewählt – darunter vier Frauen und neun Männer. Sieben Geförderte bauen seit 2026 Geflügelbetriebe mit Legehennen und/oder Masthähnchen auf, sechs von ihnen starten in die Schafmast. Die Darlehen liegen zwischen 560 und 1.800 Euro und fließen direkt in den Aufbau der Betriebe: Tiere, Futter, Medikamente, Ställe und Ausstattung.

Der gambische Projektmanager hält regelmäßig Kontakt zu allen Teilnehmenden. Wenn Probleme auftreten, zum Beispiel ein Krankheitsbefall oder die in der Regenzeit häufigen Starkregen, unterstützt er mit fachlichem Rat. Seine Aufgabe ist es auch, für eine sorgfältige Betriebsführung und die Rückzahlung der Darlehen zu sorgen. Vier Teilnehmende konnten bereits ihre ersten Produkte verkaufen und mit den Rückzahlungen beginnen, bei den anderen dauern die Produktionszyklen noch an.

Im Mai organisierten wir für die Teilnehemnden einen zweitägigen Workshop rund um Geschäftsplanung, Budgetierung, Kosten- und Risikomanagement. Foto: FAO.
Im Portrait: Ebba Gai
Einer, der es geschafft hat, ist Ebba Gai.
Nach seinem Abschluss am gambischen Ausbildungszentrum im Jahr 2022 kehrte Ebba zurück in sein Elternhaus in der Central River Region. Sein großer Traum: eine Hühnerfarm und Obstplantage.
Ebba begann, Gemüse anzubauen und die Schafmast der Eltern zu vergrößern. Aus den Verkaufserlösen kaufte die Familie das benachbarte Grundstück. Doch für den entscheidenden Schritt, den Bau eines großen Hühnerhauses, fehlte das Geld.

2025 bekam sein Unternehmen dann den nötigen Schub: Ebba, rechts im Bild mit seinem Coach Hamadi, lernte im Sabab Lou-Förderprogramm, sein Unternehmen besser aufzustellen. Zudem bewarb er sich erfolgreich um Zuschüsse von der International Organization for Migration (IOM) und vom gambischen ROOTS-Programm. Damit war genug Geld da, um das Hühnerhaus fertigzustellen und die ersten Produktionsmittel anzuschaffen.

Heute hat der 28-Jährige einen Betrieb, der sich sehen lassen kann. Der Stall misst 25×8 Meter und bietet Platz für Legehennen, Masthähnchen und Schafe. Der Anbau von Bananen und Papayas bringt zusätzliche Einkünfte.
Sicher liegen in der Zukunft noch viele Herausforderungen vor Ebba. Doch wir sind überzeugt: mit dem in der Ausbildung erworbenen Wissen, Zuversicht und harter Arbeit wird er sie meistern.
Bleiben auch Sie zuversichtlich. Wir wünschen Ihnen einen farbenfrohen Herbst!
Ihre
Andrea Spennes-Kleutges
Geschäftsführerin
