Stiftung Sabab Lou

Was kostet das Leben in Gambia? Newsletter Frühjahr 2026

Liebe Freundinnen und Freunde von Sabab Lou,

in diesem Newsletter werfen wir einen Blick auf die Lebensumstände in Subsahara-Afrika. Dass diese sich erheblich von denen in Deutschland unterscheiden, ist klar. Doch was bedeutet das konkret? Was kostet das Leben in Gambia, dem Land, in dem wir schwerpunktmäßig arbeiten?

Doch zunächst gilt es, über einen Personalwechsel zu berichten. Im Januar 2026 übergab Linda Spahlinger  ihr Amt als stellvertretende Vorstandsvorsitzende  an Olaf Bleidt. Wir danken Linda von Herzen für fünf Jahre, in denen sie mit Sabab Lou durch dick und dünn ging.

Überhaupt lebt unsere Stiftung von der Unterstützung engagierter Menschen. Neben drei Hauptamtlichen packen neun Ehrenamtliche regelmäßig mit an. Zwei unserer Vorstandsmitglieder stellen wir Ihnen heute vor.

Im Portrait: Cosmas Kombat und Olaf Bleidt

Cosmas Kombat stammt gebürtig aus Chereponi in Nord-Ghana. Noch während seines Studiums der Agrarwissenschaften und ländlicher Entwicklung an der Humboldt Universität Berlin stieß er 2010 zur Stiftung und gehört damit zu den langjährigsten Mitstreitern bei Sabab Lou. Von Anfang an brachte er sein Wissen über die Landwirtschaft und Gesellschaftsstruktur in Westafrika ein und vermittelte Kontakt zu lokalen Akteuren – ein wichtiger Grundstein für die Projekte der Stiftung in Ghana in den folgenden Jahren.

Cosmas arbeitet als Berater für internationale Umweltprojekte und lebt mit seiner Familie in Berlin. Seit 2024 unterstützt er Sabab Lou als ehrenamtliches Vorstandsmitglied. An den wöchentlichen Videobesprechungen nimmt er von den unterschiedlichsten Orten teil – Ghana, Liberia, oder von unterwegs auf dem Heimweg von der Kita seiner zwei Töchter.

 

Olaf Bleidt ist seit 2026 im Amt. Wie bei Cosmas gibt es eine langjährige Verbindung. In jungen Jahren lernten der gebürtige Kölner und unsere Agrarleiterin Edith Lanfer sich kennen, als sie in der Katholischen Kirchengemeinde St. Anna in Köln-Ehrenfeld Jugendfreizeiten leiteten.

Nach seinem Studium der Biologie und Sport war Olaf beruflich bei der Ergo-Versicherung tätig. Für deren Betriebssport organisierte er viele Jahre lang den Breitensport, Events und Skitouren mit bis zu 80 Teilnehmenden. „Ich engagiere mich bei Sabab Lou, weil es mir sehr wichtig ist, den jungen Menschen in Gambia eine Perspektive für ein menschenwürdiges Leben in ihrer Heimat zu geben“, so Olaf. „Bei diesen komplexen und auch schönen Aufgaben möchte ich Sabab Lou unterstützen“.

Gemeinsam mit Friedrich Keller-Bauer bilden Cosmas und Olaf seit Januar 2026 den dreiköpfigen Vorstand. Danke für Euer Engagement!

Was kostet das Leben in Gambia?

Nach Angaben der Weltbank lebt ein Großteil der Gambierinnen und Gambier von netto 60–70 Euro im Monat – ein immenser Unterschied zu Deutschland. Schauen wir genauer hin, was man sich von einem durchschnittlichen Einkommen in Gambia leisten kann.

Quelle: eigene Recherchen

Ernährung: Auch wenn viele Gambier ein eigenes Grundstück mit kleinem Garten besitzen, reicht dies in der Regel nicht zur Selbstversorgung aus. Grundnahrungsmittel wie Reis und Hirse müssen überwiegend zugekauft werden. Diese wiederum sind häufig importabhängig und preissensibel. Gibt es einen Brunnen oder Wasseranschluss am Wohnort, kostet dieser eine monatliche Grundgebühr. Feuerholz wird täglich gebraucht, da selbst in den städtischen Gebieten oft auf offener Feuerstelle gekocht wird. Was nicht gesammelt wurde, muss eingekauft werden.

Wohnen: Viele Menschen leben mit der Großfamilie von 10 Personen und mehr in einfachen Häusern oder Hütten. Der Wohnraum pro Person beträgt meist nur wenige Quadratmeter. Wer in der Stadt zur Miete wohnt, zahlt für eine 1-Zimmer-Wohnung je nach Lage und Ausstattung (eigenes Bad, Klimaanlage etc.) monatlich zwischen 12-80 Euro.

Bildung: Der Besuch einer staatlichen Schule ist bis zur 6. Klasse gebührenfrei, ab der Sekundarstufe in der siebten Klasse fallen Gebühren an, die je nach Schule variieren. Eine finanzielle Herausforderung stellen zusätzlich Schuluniform und Lernmaterial dar, so dass Kinder oft später eingeschult werden, früher abgehen müssen oder im schlimmsten Fall gar nicht zur Schule gehen. Ein Studium am Gambia College kostet zwischen 100-350 Euro Studiengebühr pro Jahr.

Gesundheit: Eine Krankenversicherung wie in Deutschland gibt es in Gambia nicht. Arztbesuche und Medikamente werden privat bezahlt. Oft legt die ganze Familie zusammen, damit eine längere oder aufwändigere Behandlung zustande kommt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt laut UN-Daten in Gambia übrigens bei 66 Jahren (Deutschland: 82 Jahre).


Nach wie vor sind in Gambia Kinder die übliche Altersvorsorge. Foto: Sarah Keßler.

 

Altersvorsorge: Eine Rentenversicherung haben in Gambia nur die Wenigsten – diejenigen mit formalen Arbeitsverträgen. Auch hier leistet die Familie die Absicherung. Jeder, der Geld verdient, ist praktisch verpflichtet, einen Anteil seines Einkommens an die Eltern abzugeben.

Fazit: Auch wenn manche Preise günstiger sind als in Deutschland, reicht ein Durchschnittseinkommen in Gambia allenfalls, um die dringendsten Grundbedürfnisse zu decken. Insbesondere Gesundheit und Bildung sind für viele schwer bezahlbar.

Wenn Sie möchten, lassen Sie uns gemeinsam etwas dagegen unternehmen.

Mit einer monatlichen Spende von z.B. 90 Euro ermöglichen Sie einem Jugendlichen die zweijährige Ausbildung in unserem landwirtschaftlichen Ausbildungszentrum und damit eine solide Grundlage für mehr Einkommen und Chancen im Leben.

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Herzlichen Dank und ein frohes Osterfest

Ihre

Andrea Spennes-Kleutges
Geschäftsführerin