SABAB LOU WOCHENSCHAU: 05. – 11.02.2018

In dieser Wochenschau möchte ich Ihnen ein paar interessante Artikel zu den Themen Bildung, Landgrabbing und neuen Ideen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit vorstellen.

Und wieder muss ich eine Verzögerung bedauern, diesmal war es eine Projektreise nach Gambia. Die Erweiterung von Gemüsegärten, die Koordination von Anpflanzungen auf 8 ha Gemeindegärten, und die Errichtung von eigenen Gewächshaus-Prototypen hielten mich geschäftig. Schon jetzt darf ich auf aktuelle Blogs verweisen, die Sie in Bälde über den gegenwärtigen Stand unserer Projekte informieren werden.

Nichts desto trotz bleibt das Augenmerk auf die entwicklungspolitische Debatte, und ich kann Ihnen nachfolgend einige interessante Artikel empfehlen.

 

Screenshot vom Artikel makronom.de: Was gegen die These einer zunehmenden Migration von Afrika nach Europa sprichtEntgegen der gemeinhin propagierten Drohkulisse einer uns in den kommenden Jahren überrollen Migrationswelle aus Afrika, widerlegt der Experte für afrikanische Wirtschaftsentwicklungen Robert Kappel in macronom.de diese Prophezeiung anhand sorgfältig recherchierter und umfassend dargestellter Faktoren. „Was gegen die These einer zunehmenden Migration von Afrika nach Europa spricht“ ist der Titel des sehr lesenswerten Beitrags. Kappel spricht von innerafrikanischen Dynamiken, die an Bedeutung gewinnen und auch, dass Migration nicht mehr nur als Glücksgeschichte erfahren wird. In drei explizit ausgeführten Trends begründet Kappel seine Sicht. Wichtiger scheinen mir fast noch die nachfolgenden Erläuterungen zu chinesischer Entwicklungspolitik. Unter dem Untertitel „Was China anders macht“, resümiert Robert Kappel:

„Die Kompatibilität der afrikanisch-chinesischen Kooperation ist weitaus höher als die der europäisch-afrikanischen Zusammenarbeit. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die offizielle chinesische Entwicklungshilfe in Afrika deutlich effizienter und hilfreicher ist als die der Europäer oder der großen internationalen Organisationen wie etwa der Weltbank.“

Und unter „Afrika wartet nicht auf Deutschland“ kritisiert der Autor:

„Europa und Deutschland predigen die Segnungen der Entwicklungskooperation, aber diese enthält immer ein Element von Bevormundung und Paternalismus.“ „Die Menschenrechte und „unsere Werte“ bedeuten uns rhetorisch sehr viel, halten uns aber nicht davon ab, mit den diktatorischen afrikanischen Regimes in Eritrea, Äthiopien und Rwanda zusammenzuarbeiten.
So ist die europäische und deutsche Realpolitik dort angelangt, wo sie nie hinwollte: Sie hat sich ins Abseits manövriert und verliert an Glaubwürdigkeit. Ihr Einfluss schwindet, darüber können auch Werbekampagnen wie der Marshallplan mit Afrika nicht hinwegtäuschen.“

Ich möchte Sie mit diesen kurzen Hinweisen zum unbedingten Weiterlesen ermuntern.


Screenshot vom Artikel in der huffingtonpost.de: Grundeinkommens-Experiment in Afrika könnte Entwicklungshilfe revolutionieren Einen Artikel in huffingtonpost.de möchte ich gerne ohne Zusammenfassung und persönliche Einschätzung an Sie weiterreichen. „Grundeinkommens-Experiment in Afrika könnte Entwicklungshilfe revolutionieren“, so der Titel des sehr interessanten Beitrags. Über 6000 Menschen sollen jeden Monat 18 Euro bekommen. Ohne Bedingungen. Sie mögen sich gerne Ihre eigene Meinung dazu bilden.


Screenshot vom Artikel in euractiv.de: Afrika braucht mehr Unterstützung in der BildungspolitikZum Thema Bildung empfehle ich Ihnen den Artikel auf euractiv.de „Afrika braucht mehr Unterstützung in der Bildungspolitik“, findet Journalistimn Cécile Barbière.

„Der Fokus auf Bildung ist dringend notwendig, denn die anstehenden Herausforderungen sind riesig: Mit dem größten Bevölkerungswachstum aller Kontinente wird im Jahr 2050 ein Drittel der Jugend dieser Welt aus Subsahara-Afrika stammen. Dieses schnelle Wachstum wird zu noch mehr Druck auf die Bildungssysteme führen und den Bedarf an qualifizierten Lehrkräften dramatisch erhöhen. „Wenn wir uns die Schätzungen für 2030 ansehen, brauchen wir bereits dann 20 bis 30 Millionen zusätzliche Lehrer, um die internationalen Bildungsziele zu erreichen.“

Zu Recht, wie ich finde, richtet Cécile Barbière den Fokus auf eins der eminent wichtigen Themen für den afrikanischen Kontinent. Nur, wie die Unterstützung aussehen soll, scheint mir nicht präzise dargestellt. Trotz dringenden Handlungsbedarfs hege ich bei diesem Thema mehr den Wunsch als die Hoffnung, dass die Bildungsaufgabe national angegangen wird. Mögen wir unterstützen, aber nicht unser Bildungssystem – so erfolgreich es sich für unser Land darstellt – aufoktroyieren.


Screenshot vom Beitrag im Deutschlandfunk Kultur: Wie die Landnahme durch globale Konzerne zunimmtUnd dann wäre da noch das Thema Landgrabbing. Der Deutschlandfunk informiert „Wie die Landnahme durch globale Konzerne zunimmt“. Roman Herre im Gespräch mit Andre Zantow:

„Die lokale Bevölkerung verliere oft ihre Existenzgrundlage und werde in den Hunger gestürzt, obwohl der Zugang zu diesen Ressourcen mit dem Recht auf Nahrung völkerrechtlich geschützt sei. Verantwortung tragen laut Roman Herre auch deutsche und europäische Regierungen. Hier gebe es viele Profiteure dieser großen Landtransaktionen. Welche Fälle er der deutschen Entwicklungszusammenarbeit anlastet, hören Sie im Interview.“

Sie mögen das aufschlussreiche Interview in der Mediathek des Deutschlandfunks anhören.

Aber es sind wohl nicht nur die multinationalen Konzerne, sondern auch die Regierungen afrikanischer Länder, welche die Landnahme befördern.


 

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