Baddibu-Projekt

Sabab Lou hat das Einkommen generierende Projekt zusammen mit der Partnerorganisation Rural Development Organisation RDO 2011 implementiert. Dabei wurden vier Dorfgemeinschaften des am Nordufer des Gambia-Flusses gelegenen Upper Baddibu-Distrikts beim Anbau von Gemüse gefördert. Das Projekt mit insgesamt 348 Frauen und einer Anbaufläche von 11 ha hatte 2018 eine späte Reifephase erreicht und sollte im Lauf des Jahres in die Selbstverwaltung der Dörfer übergehen. Dabei erwies sich, dass zwei Dörfer den selbst gesteckten Ansprüchen nicht nachkamen, so dass Sabab Lou und die Partnerorganisation sie auch nicht in die Ausstiegsphase begleiten werden. Die beiden anderen Dörfer Dutabullu und Jumansar mit 256 beteiligten Frauen und einer Anbaufläche von insgesamt 8,5 Hektar verwalten ihre Gärten schon großenteils selbst. Sie konnten die saisonalen Erträge, hauptsächlich Zwiebeln, Tomaten, Bittertomaten, Auberginen und Kohl, Salat und Paprika 2018 um mehr als 100 Prozent steigern und auch ausreichend Rücklagen für die Wartung und Reparatur der Anlagen bilden.

Die positive Entwicklung kam hauptsächlich durch die Adoption von Bodenverbesserungsmaßnahmen, organische Düngung, Fruchtwechsel u.a. zustande. Die Frauen der beiden im Projekt verbleibenden Dörfer haben solche Maßnahmen umgesetzt, und sie sind dafür belohnt worden. Das Durchschnittseinkommen pro Teilnehmerin erhöhte sich um nahezu das Dreifache. Ein Erfolg, der für sich spricht. Für Sabab Lou ist der Zeitpunkt gekommen, die Dörfer in die Selbstverwaltung zu entlassen. Sie sollen 2019 noch begleitet werden, aber eine aktive Unterstützung ist nicht vorgesehen.

Erwähnenswert scheint uns der Rückgang der Abwanderungen in den Projektdörfern im Jahr 2018 auf 0. Die Entwicklung geht zu einem gewissen Teil auf die Perspektiven, die in den Dörfern geschaffen wurden, zurück. Zu einem beträchtlichen Teil ist es aber auch das verbreitete Wissen um die Gefahren und die Aussichtslosigkeit illegaler Migration. Die furchtbaren Zustände in den libyschen Lagern und die erschwerten oder gar blockierten Hilfseinsätze auf dem Mittelmeer sind inzwischen auch im hintersten Dorf bekannt. Das eigentliche Problem, das globale Gefälle zwischen reich und arm ist dadurch aber nicht gelöst. Auch was das Thema Migration betrifft, ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen.

Projektarbeit in Gambia: Frauen sortieren Gemüse