Wahlen in Gambia

Politisches Machtspiel blockiert die Arbeit mit den Frauen

Nadine und Nathanael sind zwei hochmotivierte junge Leute; sie studiert Agrarwissenschaften, er Erneuerbare Energien. Sie sollten für drei Monate in unserem Gemüseanbauprojekt in Gambia arbeiten. Sie sollte sich um Anbauplanung und –verfahren, er sich um Kühl- und Lagermöglichkeiten kümmern. Ihr Aufenthalt wird von ASA, einem Stipendienprogramm des Bundes, finanziert. Unser Flug nach Gambia fand am 9. Dezember statt. Wir wollten die Wahlen am 1. Dezember abwarten. Diese gewann mit großer Mehrheit die Opposition. Der seit 1995 amtierende Machthaber erkannte seine Wahlniederlage zunächst an, widerrief aber an eben diesem 9. Dezember die Anerkennung. Die wahrscheinliche Folge: Die Opposition wird sich den eindeutigen Wahlsieg nicht nehmen lassen, es wird zu Demonstrationen kommen, und die könnten in Gewalt und Blutvergießen münden. Wir waren aber nun mal da.

Binta, Frauenführerin Jumansar neben Nadine

Binta, Frauenführerin Jumansar neben Nadine

Die Frauen unserer Projektdörfer hatten die Demo-Gemüsebeete für Nadine mit großer Sorgfalt vorbereitet und eingesät. Und Nadine hat sich mit Mbelly, unserem Agric Support Officer, unverzüglich daran gemacht, weitere Beete zu richten und einzusäen. Nathanael hatte auf der Fahrt nach Farafenni bereits einen Container inspiziert. Dieser sollte zum Kühlsystem um- und ausgebaut werden und zunächst in dem größten unserer Projektdörfer, in Jumansar, aufgestellt werden. Ich begleitete die beiden jungen Menschen in die Dörfer und war beeindruckt von Enthusiasmus und Engagement, mit denen sie an ihre Aufgaben gingen.

Inzwischen zurückgekehrt, bekam ich am 22. Dezember einen Anruf: Auf Geheiß des Auswärtigen Amtes sollten die Stipendiaten unverzüglich das Land verlassen. Begründung: die Sicherheitslage. Folglich haben sie am Heiligen Abend Gambia in Richtung Senegal verlassen. Mbelly schrieb mir am selben Tag im Stil seiner Text Messages: „It is sad news missing Nadine. She is so lovingly active. I hope she come back. Thank, Mbelly.”

Frauen tanzen bei der Begrüßung

Frauen tanzen bei der Begrüßung

Das geht ans Herz. Die Leute in den Dörfern haben große Hoffnungen in die vorgesehen Maßnahmen gesetzt und haben die Studenten begeistert willkommen geheißen. Und nun soll nach wenigen Tagen Schluss sein? Dass ein politisches Machtspiel unsere Arbeit in den Dörfern blockiert, damit werden wir uns nicht abgeben. Vorausgesetzt, die politische Lage beruhigt sich, werden Nadine und Nathanael in das Projekt zurückkehren und ihre Arbeit vollenden.

We shall come back

We shall come back

That’s for sure, Mbelly.

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