Für uns eine mediale Randnotiz, für die Betroffenen brutale Realität: Die Auswirkungen des Klimawandels im Jahr 2020

Das Jahr 2020 war eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen und geprägt von Extremwetter. Das bestätigt der WMO-Klimabericht 2020. Was bedeutet das für unsere Projektregionen? 

Das Jahr 2020 war eines der drei wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen und geprägt von Extremwetter. Das bestätigt der WMO-Klimabericht 2020. Auch Nansoni, unser Projektstandort im Nordosten Ghanas, war davon betroffen. Noch kann man etwas verändern, um den Menschen vor Ort zu helfen. Doch handeln müssen wir jetzt.

Der Klimawandel macht auch im Corona-Jahr 2020 keinen Halt. So der Befund des Klimabericht der Weltwetterorganisation WMO vom 19. April 2021. Sowohl der CO₂-Gehalt in der Atmosphäre, als auch Meeresspiegel und Ozeantemperaturen erreichten neue Rekordwerte. Das arktische Meereis war im Sommer auf die zweitgeringste je gemessene Fläche zusammengeschrumpft. Und das mit globalen Auswirkungen.

Der Bericht stellt gleich zu Beginn fest:

„Disruptions to the agriculture sector by COVID-19 exacerbated weather impacts along the entire food supply chain, elevating levels of food insecurity.“
(WMO 2021 – Highlights)

Das bedeutet, dass 2020 die Corona-Pandemie bestehende Auswirkungen der klimabedingten Ernährungsunsicherheit vielerorts stark verschärft hat. Und, so hält es der Bericht auch fest: es sind vor allem die Menschen in Entwicklungsländern, die darunter leiden. 50 Millionen Menschen haben demnach 2020 doppelt durch klimabedingte Naturkatastrophen und der COVID-19-Pandemie gelitten, da beispielsweise Ernten zerstört und Lebensmittel-Hilfslieferungen nicht durchgeführt werden konnten. Insgesamt waren 2020 rund 690 Millionen Menschen von Mangelernährung betroffen, 750 Millionen Menschen darüber hinaus von Ernährungsunsicherheit. Das sind immerhin 19% der Weltbevölkerung.

Noch können wir etwas ändern

 

Die Flut der Zahlen und Erkenntnisse rund um den Klimawandel lassen uns schnell hilflos erstarren. Doch steht fest: Wir können etwas ändern. Erstens muss uns in den sogenannten Industrieländern bewusst sein, dass unser Handeln globale Auswirkungen hat. Die Klimadebatte ist keine Wohlstandsdebatte, ob nun mehr Elektroautos fahren sollten oder doch lieber der gute alte Diesel. Es geht darum, dass unser Handeln Menschen in anderen Erdteilen in existentielle Nöte bringt.

Für uns oft nur eine Randnotiz in den Medien, für die Farmerinnen und Farmer in unseren Projekten brutale Realität ihres Alltags. So überflutete beispielsweise eine Sturzflut im September 2020 das Dorf Nansoni und zerstörte einen Großteil der Hütten und einige Felder. Diese Schäden werden nicht aufgefangen. Sie bedeuten exentielle Not und Hunger für die Betroffenen.

Zweitens: Wir können handeln. Neben der aktiven Reduktion unseres CO2-Austoßes können wir Menschen aktiv dabei unterstützen, ihre Lebensgrundlage trotz der klimabedingten Veränderungen nachhaltig zu erhalten. Dafür haben wir das Chereponi Farming Project in Ghana gestartet. Wir unterstützen 400 Farmerinnen und Farmer darin, ihre Böden durch organische Maßnahmen zu regenerieren, damit sie von ihrer Arbeit auch in Zukunft leben können.

Doch dies alles braucht Zeit, Ausdauer und Geld. Wir müssen besser gestern als heute damit anfangen, die Lebensrealität der Menschen in den betroffenen Gebieten zu verbessern. Und unser Chereponi Farming Project stellt dabei eine Handlungsoption dar. Unterstützen Sie uns dabei.

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