Coronavirus: Wöchentliche Updates aus den Projekten

Das Coronavirus ist in Ghana und Gambia angekommen – mit Auswirkungen für unsere Projektarbeit. Hier halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Auch wenn es bis jetzt noch deutlich weniger Corona-Infektionen als in vielen europäischen Staaten gibt, haben die meisten afrikanischen Staaten schon früh strenge Schutzmaßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Maßnahmen, die auch unsere Projektarbeit betreffen. 

Hier informieren wir Sie regelmäßig über die sich schnell ändernden Entwicklungen in Ghana und Gambia und wie wir in Zusammenarbeit mit den Menschen in den Projekten auf die Herausforderungen reagieren. 

Die Gesundheit der Menschen vor Ort hat oberste Priorität. Doch stellt das Virus vor allem die ärmsten Menschen vor eine sehr schwierige Situation. Wenn sie das Feld nicht bestellen können, haben sie kein Einkommen und kein Essen. Es gibt, anders als beispielsweise in Deutschland, keine Rettungspakete der Regierung. Die Farmerin oder der Tagelöhner steht in dieser Situation im Zweifel vor der Entscheidung: Hunger oder Corona.

Deshalb werden wir zusammen mit unseren engagierten Projektpartnerinnen und -partnern versuchen, mit allen uns in dieser Situation möglichen Mitteln und durch kreative Lösungen weiterzuarbeiten – verantwortungsbewusst und unter Einhaltung aller offiziellen Sicherheitsmaßnahmen. Für die Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner, für die Jugendlichen und ihre Zukunft.

 

27. MAI: Corona Infektionen unter Kontrolle

The Zahl der Neu-Infektionen steigt kaum oder nur langsam.

In Gambia sind aktuell 6 aktive Infektionen gemeldet. Von den 25 infizierten Personen sind 18 schon wieder genesen. 

Ghana meldet 7.303 Fälle, von denen 2.412 Personen genesen sind. In der Upper Eastern Region, unserer Projektregion, sind weiterhin nur 26 Fälle gemeldet. 

 

23. MAI: EID MUBARAK!

Am Samstag, den 23. Mai, haben die Studierenden im Gambian Youth Camp zusammen das Ende des Ramadan gefeiert. EID feiert man meistens im großen Kreis der Familie. Es ist ein wichtiges Fest für Muslime und den Studierenden des Youth Camps war es freigestellt, ob sie das Fest lieber mit ihren Familien und Verwandten feiern wollten. Die einzige Auflage war, dass sie, wenn sie nach Hause fahren, erst wieder zurück kommen dürften, wenn die Kontaktbeschränkungen aufgehoben sind. Doch das Leben im Camp scheint den Studierenden zu gefallen, die Arbeit in den Gärten eine Priorität für sie zu haben. Deswegen sind sie alle geblieben und haben zusammen, als eine neu gefundene Familie, gefeiert. 

 

11. MAI: Corona-Infektionen kontrollierbar 

Aus Ghana werden mittlerweile 4.700 Corona-Infektionen gemeldet, 26 davon in der Upper Eastern Region. Die Zahl der Infektionen steigt also, doch nur sehr langsam. Die Lage scheint kontrollierbar zu sein. Die 22 Corona-Erkrankungen in Gambia wirken nicht bedrohlich. Und so berichten auch die beiden Projektleiter  – Momodou Bah aus Gambia und Akor Mukailia aus Ghana  – sehr unaufgeregt aus den Projekten. Unter Einhaltung der neuen Hygienevorschriften können beide wie gewohnt ihrer Arbeit nachgehen. Panik spüren sie keine. 

 

29. APRIL: Die Gartenarbeit im Gambischen Jugendcamp geht wie gewohnt weiter

Abgesehen von den verschärften Hygienemaßnahmen, gehen Arbeit und Leben im Gambischen Jugendproject fast wie gewohnt weiter.
Momodou Bah, der Projektleiter vor Ort schreibt uns heute: 
„Die Arbeit im Garten geht wie gewohnt weiter. Derzeit ernten wir Gurken, Okra, Aubergine, Zwiebeln, Tomaten und Salat und verkaufen diese in kleinen Mengen auf dem Markt.“ 
Auch scheint es derzeit keine Lebensmittelknappheit zu geben, Lebensmittel sind zu jeder Zeit auf dem Markt erhältlich. Andere Geschäfte mit „non essential goods“ öffnen im Wechsel Vormittags und Nachmittags, um Gedränge zu vermeiden. 

Zu den Infektionszahlen:
Aus Gambia gibt es keine neuen Meldungen. 

In Ghana ist die Anzahl an COVID-19 Infizierten mittlerweile auf 2.074 gestiegen, mit jetzt 19 gemeldeten Infektionsfällen in der Upper Eastern Region, unserer Projektregion. 

 

27. APRIL: Die Regensaison in Chereponie, Ghana, hat begonnen

Gute Nachrichten: Im Nord-Osten Ghanas hat der Regen eingesetzt – die Natur hat unbeirrt von der Corona-Pandemie ihre Saison. 

Einige Farmerfamilien fangen jetzt an zu pflügen, stecken Yams und Cassava, säen Melonen oder Zuckermais. Mais, Hirse und Sojabohnen werden dann mit Beginn des Sommermonsuns von allen Farmern kultiviert (bei dessen Anbau werden wir im Rahmen des neuen Projekts unterstützen). Zum Glück wurden alle – wenn auch nur kurzfristig geltende – Ausgangsbeschränkungen aufgehoben, so dass die Landbevölkerung wie gewohnt ihre Felder bestellen kann. 

Die ersten starken Regenfälle in Chereponie, Ghana, geben den Startschuss für die Feldarbeit.

Zu den Infektionszahlen:
Die Corona-Infektionen in Ghana sind auf 1.550 gestiegen. In der Upper Eastern Region wurden keine neuen Fälle gemeldet, dort sind weiterhin nur 8 Infektionen registriert. 

Gambia meldet mittlerweile 10 Corona-Infektionen. 

 

18. APRIL: Situation in den Projektregionen bleibt entspannt

Die Corona-Infektionen in Ghana sind auf 834 gestiegen, in der Upper Eastern Region sind 8 Fälle gemeldet. 

Aus Gambia sind weiterhin nur neun Fälle gemeldet. 

 

17. APRIL: Online-Unterricht für die Business Module ist vorbereitet 

Noch darf der Unterricht im Gambischen Jugendprojekt nicht wieder starten. Doch für den Moment, in dem Schulen und Ausbildungsstätten wieder öffnen dürfen, sind wir vorbereitet. Die Lufthansa Trainees Anh-Thu und Larissa haben diese Woche den Online-Unterricht zum Thema „How to sell your business idea“ fertig gestellt. Wir warten nur noch auf den Startschuss. Wir berichten dann. 

Beispiel aus der Powerpoint Präsentation für den Online-Unterricht

 

11. APRIL: Corona-Infektionen steigen langsam

In Gambia sind fünf neue Corona-Infektionen bestätigt worden. Demnach sind insgesamt neun Infektionen gemeldet, davon ein Todesfall.  

Die Infektionen in Ghana sind auf 408 gestiegen (Stand 10. April 23:00 Uhr). In der Upper Eastern Region, wo auch das Anoshe Women-Projekt angesiedelt ist und auch das neue Projekt bald stattfinden wird, ist bisher lediglich ein Fall gemeldet.

 

6. APRIL: Gambische Regierung friert Marktpreise ein 

Diese Meldung haben wir am 6. April von Projektleiter Momodou Bah aus Gambia erhalten: „Die Gambische Regierung hat die Marktpreise eingefroren. Alle Verkäufer, die ihre Marktpreise erhöhen und versuchen aus der Krise Profit zu schlagen, werden von der Polizei festgenommen und müssen sich vor Gericht verantworten. Manche mussten bereits eine halbe Millionen Dalasi (ca. 9.000 Euro) als Strafe zahlen und ihnen wurde ihre Verkaufslizenz entzogen.“

Die Gambische Regierung greift hart durch. Das ist eine positive Entwicklung, denn es war zu befürchten, dass aufgrund der zu erwartenden Lebensmittelverknappung die Marktpreise in die Höhe schießen würden. Und so etwas, trifft natürlich immer die Ärmsten am härtesten. 

Nicht so in Ghana. Dort erzählt Projektleiter Akor Munkaila, dass sich die Preise für Lebensmittel teilweise verdoppelt hätten. Hier kommt es darauf an, wie lange die Sicherheitsmaßnahmen noch andauern. Sobald sich die Lage etwas entspannt, rechnet Akor damit, dass sich auch die Preise wieder normalisieren werden. 

 

3. APRIL: Unsere Partnerorganisation darf weiter Gemüse anbauen

Gute Nachrichten aus dem Gambischen Jugendprojekt: Zwar ist die Ausbildung bis auf weiteres ausgesetzt. Die Produktion auf den Feldern kann allerdings unter veränderten Voraussetzungen fortgeführt werden. Das hat die von uns beauftragte Anwaltskanzlei im Rahmen einer rechtlichen Prüfung bestätigt.

Gemüseanbau im Gambischen Jugendprojekt, Januar 2020

Hintergrund:
Dadurch, dass wir unsere Partnerorganisation, die Rural Development Organisation (RDO), damals als „social entrepreneur“ gegründet haben, darf sie jetzt als systemrelevanter Produzent weiter Gemüse anbauen. Das war Momodou Bah, Leiter des Projekts, angesichts zu erwartender Lebensmittel-Engpässe, besonders wichtig.

Dafür bekommen die Studierenden von der RDO befristete Arbeitsverträge. So wird die Ausbildungsstätte offiziell zu einer Produktionsstätte und darf geöffnet bleiben. Dabei gilt die strikte Einhaltung der Verordnungen der WHO zum Schutz aller im Camp lebenden Personen.

Allen Studierenden wurde zur freien Wahl gestellt, ob sie zu ihren Familien zurückkehren möchten. Sie haben sich fast alle entschieden zu bleiben. Nur drei sind für die Dauer der Schutzmaßnahmen in ihre Dörfer zurückgekehrt. Das in dieser Ausnahmesituation doch so viele Studierende im Camp bleiben, freut uns sehr. Es zeigt großes Vertrauen in die Führungskräfte vor Ort.

 

2. APRIL: Es wird nicht leicht, aber wir starten ein neues Projekt in Ghana

Ghana meldete bis zum 2. April um 14:00 Uhr insgesamt 204 Corona-Infektionen. Auch in der Northern Region sind 10 Fälle gemeldet. Es dürfen keine öffentlichen Versammlungen abgehalten werden. Zusammenkünfte von mehr als sechs Personen sind untersagt.

Das bedeutet derzeit einen erheblichen Mehraufwand für Projektleiter Akor Munkaila. Wir starten ein neues Projekt (wir werden bald ausführlich berichten) und Akor Munkaila steckt mitten in den Vorbereitungen. Anstatt Dorfmeetings abzuhalten, bespricht er die neu vorgesehenen Maßnahmen im Projekt mit allen Farmer-Familien einzeln. Das ist viel Arbeit, aber nur so können wir die Gesundheit von allen sichern und weiter voranschreiten.

Akor Munkaila mit Frauen der Anoshe Women Group, November 2016

Wegen umfassender Desinfektionsmaßnahmen, ist der Markt in Chereponi für den Tag geschlossen.

Desinfektionsmaßnahmen in Chereponie, 2. April 2020

 

28. MÄRZ: Anwaltskanzlei prüft mögliche Schließung des Jugendcamps

Angesichts der verschärften Schutzmaßnahmen, stehen wir vor der Frage, ob das Jugendcamp schließen muss. Da die RDO aber sowohl Ausbildungsstätte als auch Lebensmittelproduzent ist, ist die Sachlage nicht ganz eindeutig. Wir beauftragen eine bekannte Kanzlei zur Klärung der Rechtslage.

 

27. MÄRZ: Gambische Präsident lässt nicht systemrelevante Orte schließen

In seiner zweiten Ansprache an die Nation, verkündet Präsident Adama Barrow die Schließung von öffentlichen Plätzen, sowie allen nicht systemrelevanten Orten, wie Kinos, Fitnessstudios, Schwimmbädern, Veranstaltungsorte, religiöse Stätten. Zusammenkünfte von mehr als zehn Personen sind verboten. 

 

25. MÄRZ: Wir starten mit der Planung des Online-Unterrichts in Gambia

Damit der Business Unterricht im Gambischen Jugendprojekt so bald wie möglich weitergehen kann, besprechen wir mit den Lufthansa Trainees die Gestaltung des digital-interaktiven Unterrichts und beginnen mit den Vorbereitungen.

Ghana schließt alle Grenzen. Bis dato sind 78 Corona-Infektionen gemeldet. 

 

24. MÄRZ 

Gambia schließt die Grenzen zum Senegal und den Luftraum.

 

23. MÄRZ 

Ghana meldet insgesamt 24 Corona-Infektionen.

 

18. MÄRZ: Wir verschärfen die Hygienemaßnahmen im Jugendcamp

Wir besprechen verschärfte Hygienemaßnahmen für die Studierenden im gambischen Jugendcamp mit der Campleitung der Rural Development Organisation (RDO). Außenkontakte werden auf ein Minimum reduziert. Lebensmittelvorräte für Mensch und Tier sollen angeschafft werden, da es zu Engpässen kommen könnte.

Wir besprechen mit den für die Lufthansa Management Trainees zuständigen Abteilungen das weitere Vorgehen. Den Business-Unterricht einfach ausfallen zu lassen, ist für uns keine Option. Sie stimmen einer Fortführung des Unterrichts über digitale Wege zu: www.sabab-lou.de/folgen-des-coronavirus/

 

17. MÄRZ: Lufthansa Trainees im Jugendcamp müssen Gambia verlassen

Ausländische Besucher und Touristen werden gebeten in eine zweiwöchige Quarantäne zu gehen. Die Regierung erwirkt einen Einreisestop für Touristen aus Regionen mit erhöhten Corona-Fällen (u.a. Europa). Regierungsangestellten werden Auslandsreisen untersagt. Öffentliche Veranstaltungen, so wie Konferenzen, Demonstrationen oder Trauerfeiern sind verboten. Die gambische Regierung ruft landesweite Schulschließungen für zunächst 21 Tage aus. 

Wegen der verschärften Situation in Europa weist das Auswärtige Amt alle im Ausland befindlichen Deutschen an, unverzüglich die Heimreise anzutreten. Die Fluggesellschaft Brussels Airlines verkündet den letzten Flug aus Gambia für den 21. März. Die Lufthansa Trainees reisen noch am Abend des 17. März aus.

Lufthansa Trainees unterrichten die Business Module im Gambischen Arbeits- und Ausbildungsprojekt, Januar 2020

Das öffentliche Leben in Gambia geht –  wenn auch mit Einschränkungen  – vorerst weiter. Das Jugendcamp darf weiter geöffnet bleiben.

 

16. MÄRZ

Gambia meldet den ersten Corona-Fall.

 

13. MÄRZ

Ghana meldet die ersten Corona-Infektionen.

 

QUELLEN:

  • http://www.moh.gov.gm/
  • https://ghanahealthservice.org/covid19/

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